Freitag, April 19, 2024
Konzert

Der Blues, der aus der Kälte kam

Samstag, 18.09.2021

Den groovig-souligen Opener Every Single Beat nutzt die Sängerin gleich mal, um ihre hervorragend besetzte Band vorzustellen. Die ist  bestens im Stoff und liefert das erdbebensichere Fundament für die 27jährige Sängerin aus Helsinki. Und was für eine Sängerin das ist: Stimmgewaltig, dynamisch, leidenschaftlich, knurrend, raunend, rhythmisch sicher und wahrhaft weiblich selbstbewusst präsentiert sie ihr erstes Stück des Abends, ihre Ode to Music, wie sie sagt. Gut gebrüllt, Löwin! 

In der folgenden Stunde bekommt das Publikum eine geballte Ladung R&B und Soul in bester Tradition geboten. Devil May Dance ist eine swingende Nummer über Paul B Keeves gemutetem Bass und mit einem stilsicheren Pianosolo von Doron Segal. Das Medley Feeling Good/Summertime beginnt atmosphärisch-offen und nimmt dann ordentlich Fahrt auf, gesanglich fügt Forsman diesem Klassiker neue Facetten hinzu. Neben den Qualitäten der Disseuse darf Trompeterin Kelly O´Donohue zeigen, was sie so drauf hat. Die gefühlvolle Ballade Promises über das Ende einer Beziehung trägt Forsman im Duett mit ihrem Pianisten vor.

Sunny, ein Song für Forsmans Schwester, gerät zur ekstatischen Hymne mit reichlich Energie und einem opulentem Schluß. Mit dem folgenden Raw Honey haben wir die Zeitmaschine endgültig betreten, erinnert es doch an den Bluesrock der späten 60er, an Janis vielleicht oder an Grace, inklusive dem silbrigem Sound des Tambourins und den Backing Vocals der Bläserinnen. Das leicht angezerrte Fender Rhodes eröffnet das federnde I Believe To My Soul und lassen Sängerin und Band zu Höchstform ablaufen. 

Mit Let´s Groove (nein, nicht der Knaller von Earth, Wind & Fire) verabschiedet sich Ina Forsman für diesen Abend. Schade, denn gerade hatte man den Eindruck, das Musiker und Publikum die richtige Betriebstemperatur erreicht haben. Tolles Konzert! 

Ina Forsman Gesang
Aaron Castrillo Drums, Background-Gesang
Paul B Keeves Bass, Background-Gesang
Doron Segal Piano
Regardt Scheepers Gitarre, Background-Gesang
Kelly O´Donohue Saxophon, Background-Gesang
Laura Valbuena Trompete, Background-Gesang

Foto: Rainer Ortag, jazzreportagen.com