Wallfahrt nach Fehmarn
Großer Klangüberwältiger, Rückkopplungsgott, Gitarreneuerfinder, Hippie-Gallionsfigur, Komponist, Lyriker, Produzent, Mischpultmagier, Träger blumiger Plünnen und Showtalent der Extraklasse: Das alles und noch viel mehr war Jimi Hendrix, geboren in Seattle und aufgewachsen unter wahrlich nicht so rosigen Bedingungen. Ein Wunder, dass er sich so durchsetzen konnte. Sein Leben war ein rasanter Parforceritt. Es endete tragisch am 17. September 1970 in London und hallt bis heute nach.
So weit, so bunt und weltläufig international. Sein letztes großes Konzert jedoch gab Hendrix in der tiefen Provinz: auf Fehmarn in der Ostsee. Drei Kneipiers aus Kiel initiierten, womöglich aus einer berufsimmanenten Schnapslaune heraus, das Love and Peace Festival vorm Leuchtturm Flügge. Was soll man sagen? Heraus kam ein Desaster. Die Bühne ein Hohn. Der Sound erbärmlich, die Hamburger Rocker gewaltbereit. Das Line-up zerbröselt: Die Hälfte der gebuchten Bands kam nicht, und sie taten wohl daran. Das Wetter, nun ja, eben norddeutsch.
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